Das sagt die Kunstkritik über KUNST FÜRS KLO

Das Klo sei einer ihrer Lieblingsorte hat die Schweizer Künstlerin Pipilotti Rist einmal gesagt: „Hier erlebe ich Momente der Befreiung“. Kein Wunder, dass das Stille Örtchen Künstler stets auf besondere Weise inspiriert hat.

Das Klo ist ein Ort, an dem man sich ausprobieren kann, spontan, ohne Erfolgsdruck; keiner schaut zu. Niemand muss vorgeben, etwas zu verstehen, das er in Wahrheit bloß für Kritzelei hält, umgekehrt darf man schön und wichtig finden, was man will, ohne hinterher über die prägnante Setzung im Raum oder die dezidiert poststrukturalistische Farbgebung räsonieren zu müssen.

Die Ausstellung KUNST FÜRS KLO demonstriert nun auf anschauliche Weise, dass das künstlerische Spektrum dessen, was sich auf Club-, Bar- und Café-Toiletten Bahn bricht, enorm ist. Hier trifft der freie Duktus der Felsmalereien in der spanischen Levante auf den komplexen Formalismus der Azteken, korreliert die kühne Farbigkeit des Expressionismus mit der strengen Reduktion des Konstruktivismus russischer Prägung. Einflüsse des mexikanischen Muralismo sind hier ebenso zu finden wie jene des europäischen Dadaismus. Auf diese Weise entstand hinter den Kulissen nicht nur ein ungefilterter schriller Mix zwischen Streetart und urbaner Feldforschung, sondern auch ein wahrhaft authentisches Abbild der Gesellschaft und ihrer Abgründe.

– Dr. Sandra Danicke, Kunstkritikerin